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Neuzeit Inv.-Nr. GA-0040

Erste Dauerkarte der Berliner Straßenbahn, Januar 1910

Erste Dauerkarte der Berliner Straßenbahn, Januar 1910

Katalogtext

Historischer Fahrausweis: Monatskarte der Neuen Berliner Straßenbahnen Nordost (1910)

Objektbeschreibung und dokumentarische Bandbreite

Das vorliegende Artefakt präsentiert sich als personengebundene Monatskarte der „Neue Berliner Strassenbahnen Nordost Aktiengesellschaft“ aus dem Jahr 1910. Als alltagsgeschichtliches Zeugnis dokumentiert dieser Ausweis mit der fortlaufenden Nummer 300 die frühe urbane Mobilität im kaiserlichen Berlin. Ausgestellt auf einen Herrn Hans Duborg, wohnhaft in der Kantstraße 39 in Berlin, bietet das Dokument einen authentischen Einblick in die administrative Abwicklung, Organisation und Tarifstruktur des historischen Personennahverkehrs zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Bürokratie und Nutzungsbedingungen

Die detaillierte Gestaltung der Fahrkarte ist ein eindrückliches Zeugnis der strengen Kontrollmechanismen der Betreibergesellschaft. Eindeutige, vertikal flankierende Aufdrucke wie „Nicht übertragbar!“ und „Unaufgefordert vorzeigen!“ rahmen die personalisierten Daten ein und unterstreichen die rigiden Beförderungsbedingungen. Im Innenteil befindet sich ein tabellarisches Raster für die zwölf Monate des Jahres 1910, in das für die Monate Januar und Februar entsprechende gezähnte Wertmarken zum Preis von jeweils 6,20 Mark eingeklebt und amtlich in violetter Tinte überstempelt wurden.

Sicherheitsmerkmale und Identifikation

Ein besonders markantes Merkmal dieses Ausweises ist das eingearbeitete fotografische Porträt des Inhabers auf der rechten Innenseite, welches eine formelle Schwarz-Weiß-Aufnahme eines gut gekleideten Herrn mit zeittypischem Schnurrbart zeigt. Um Fälschungen oder Missbrauch vorzubeugen, wurde das Bildnis durch die Heftung mit Metallklammern physisch gesichert und zusätzlich mit einem großen, erhabenen Prägestempel der Aktiengesellschaft versehen. Dieser Blindstempel durchdringt das Foto und verbindet das Bild unzertrennbar mit dem Trägerpapier, was den hohen bürokratischen Aufwand der Zeit verdeutlicht.

Materialität und Erhaltungszustand

Das aus bläulichem, starkem Karton gefertigte und mit einem dunklen textilen Band an den Außenkanten eingefasste Dokument weist die typischen Spuren eines täglichen Nutzgegenstandes auf. Neben leichten Bereibungen und Abnutzungen an den Rändern der Montierung fallen insbesondere partielle Verfärbungen, Klebereste und oberflächliche Beschädigungen der Emulsion im Bereich der Fotografie auf. Dieser ungeschönte Erhaltungszustand mindert den Wert jedoch nicht, sondern zeugt von der ständigen Mitführung des Ausweises und macht ihn zu einem greifbaren, authentischen Stück Berliner Alltagsgeschichte.