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Aufklärung Inv.-Nr. GA-0036

Historisches Karten-Ensemble: Nordeuropa und der Niedersächsische Reichskreis (18. Jahrhundert)

Historisches Karten-Ensemble: Nordeuropa und der Niedersächsische Reichskreis (18. Jahrhundert)

Katalogtext

Historisches Karten-Ensemble: Nordeuropa und der Niedersächsische Reichskreis (18. Jahrhundert)

Geografischer und historischer Kontext

Bei diesem Ensemble handelt es sich um zwei beeindruckende historische Kupferstich-Landkarten aus dem 18. Jahrhundert, die sich geografisch hervorragend ergänzen. Zusammen dokumentieren sie das topografische und politische Weltbild Nord- und Mitteleuropas in der frühen Neuzeit. Sie spannen einen Bogen von den Weiten Skandinaviens bis hin zu den stark zersplitterten, von zahlreichen Fürstentümern geprägten Territorien des Heiligen Römischen Reiches.

Kartografische Details und Meisterwerkstätten

Das gerahmte Blatt präsentiert eine umfassende Darstellung Skandinaviens (Schweden, Norwegen, Dänemark) sowie des Ostseeraums und wird von einer großformatigen, wappengeschmückten Titelkartusche dominiert. Das zweite Blatt fokussiert sich auf den Circulus Saxoniae Inferioris (den Niedersächsischen Reichskreis). Diese Karte ist ein Werk aus der berühmten Nürnberger Kartografie-Werkstatt der Homännischen Erben, die im 18. Jahrhundert europaweit führend war. Sie besticht durch zwei äußerst detailreiche, allegorische Zierkartuschen, die den agrarischen und wirtschaftlichen Reichtum der Region symbolisieren.

Kolorit, Materialität und Präsentation

Beide Kupferstiche eint ein filigranes, zeitgenössisches Grenzkolorit, das die komplexen territorialen Grenzen in sanften Rot-, Grün- und Gelbtönen optisch strukturiert. Die originalen, handgeschöpften Büttenpapiere weisen eine starke, charakteristische Altersbräunung auf, die den antiquarischen Charme der Stücke massiv unterstreicht. Während die Skandinavien-Karte durch ein passgenaues, erdiges Passepartout und einen dunklen Holzrahmen bereits repräsentativ und konservatorisch eingefasst ist, zeigt die Homann-Karte die für historische Atlas-Einbindungen typische Mittelfalte (Bugfalte).