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Barock Inv.-Nr. GA-0020

Konvolut originaler Kupferstich-Stadtansichten (Matthäus Merian d. Ä.)

Konvolut originaler Kupferstich-Stadtansichten (Matthäus Merian d. Ä.)

Katalogtext

Konvolut originaler Kupferstich-Stadtansichten (Matthäus Merian d. Ä.)

Objektübersicht und Provenienz

Bei dem vorliegenden Ensemble handelt es sich um ein Konvolut originaler Kupferstiche des bedeutenden Schweizer Kupferstechers und Verlegers Matthäus Merian des Älteren (1593–1650) sowie seiner Erben. Die Sammlung umfasst mehrere detaillierte Stadtansichten (Veduten) und Grundrisse, die vornehmlich aus dem epochalen topographischen Hauptwerk, der ab 1642 erschienenen Topographia Germaniae, stammen. Diese Blätter gehören zu den absoluten Meisterwerken der frühneuzeitlichen Druckgrafik und Kartographie.

Historischer Kontext und topographischer Wert

Merians Kupferstiche besitzen heute einen unschätzbaren dokumentarischen und architekturhistorischen Quellenwert. Da viele der Ansichten vor oder während der Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) angefertigt wurden, dokumentieren sie den noch intakten Bauzustand europäischer und insbesondere deutscher Städte, bevor diese durch Kriegshandlungen, spätere Brände oder städtebauliche Modernisierungen unwiederbringlich verändert wurden. Charakteristisch für Merians Technik ist die extrem hohe Detailtreue gepaart mit einer leicht erhöhten Vogelperspektive, welche die exakte Erfassung der komplexen Festungsanlagen, sakralen Bauten und mittelalterlichen Stadtgrundrisse ermöglichte.

Drucktechnik und Erhaltungszustand

Die Ansichten wurden in aufwendiger handwerklicher Präzision von den originalen Kupferplatten auf zeitgenössisches, handgeschöpftes Büttenpapier abgezogen. Typische buchbinderische Merkmale wie der deutlich tastbare Plattenrand (Cuivette) sowie der für Publikationen dieser Art obligatorische vertikale Mittelfalz sind bei den Blättern präsent. Der Erhaltungszustand des Konvoluts zeigt die für ein über 350 Jahre altes Papiermaterial charakteristische und authentische Patina: eine leichte, gleichmäßige Altersbräunung des Papiers sowie stellenweise milde Stockfleckenbildung (Foxing), die primär in den außerhalb des Plattenrandes liegenden Margen auftritt. Die Druckerfarbe der Stiche selbst besticht weiterhin durch eine klare, kontrastreiche Zeichnung, wodurch die ästhetische Strahlkraft der historischen Motive uneingeschränkt bewahrt ist.