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Frühe Neuzeit Inv.-Nr. GA-0014

Fahndungsaufruf der französischen Geheimpolizei zur Hamburger Franzosenzeit

Fahndungsaufruf der französischen Geheimpolizei zur Hamburger Franzosenzeit

Katalogtext

Historisches Exponat: Die „Geheimfach-Schraube“ mit Fahndungsportrait

Spionage und Widerstand in der Hamburger Franzosenzeit

Dieses außergewöhnliche Artefakt vereint unauffälliges Handwerk und historische Spionagetechnik auf faszinierende Weise. Die scheinbar massive, unscheinbare Eisenschraube verbirgt in ihrem hohlen Inneren ein gerolltes Fahndungsportrait. Derartige Verstecke stammen aus der hochgradig repressiven Hamburger Franzosenzeit (1806–1814), insbesondere während der direkten Eingliederung Hamburgs in das französische Kaiserreich als Département des Bouches de l'Elbe (ab 1810). In dieser Phase, geprägt von Zensur und der strengen Kontrolle durch die kaiserliche Geheimpolizei, waren solche Mittel für den Nachrichtenaustausch überlebenswichtig.

Konstruktion und Merkmale

  • Versteckte Mechanik: Der Kopf der Schraube lässt sich über ein feines, oft gegenläufiges Präzisionsgewinde abdrehen und gibt den Blick auf das im hohlen Schaft verborgene Hohlraumversteck frei.
  • Das Fahndungsdokument: Ein originalgetreues Portrait eines deutschen Widerstandskämpfers, das zur Identifikation von Flüchtigen, Schmugglern oder Aufständischen an Spitzel und die französischen Behörden ausgegeben wurde.
  • Handwerkliche Tarnung: Gefertigt in einer stark patinierten Optik, die dem historischen Original exakt nachempfunden ist. In einer Werkzeugkiste oder verbaut in einem Holzbalken war die Schraube für Inspekteure nicht von gewöhnlichen Eisenwaren zu unterscheiden.
  • Singuläres Sammlerstück: Ein begehrtes Exponat, das Historiker, Kuriositätensammler und Liebhaber von Spionage-Artefakten gleichermaßen anspricht.

Ein Stück Geschichte zum Anfassen

In einer Epoche, in der Hamburg durch die Kontinentalsperre, massive Requirierungen und später den Besatzungsterror unter Marschall Davout wirtschaftlich wie gesellschaftlich gelähmt war, fungierten solche Utensilien als Lebensader der verdeckten Kommunikation. Dieses Exponat ist weit mehr als ein Kuriosum; es ist ein stummer, greifbarer Zeuge des Einfallsreichtums und der enormen Gefahren, denen sich die Menschen während des Hamburger Widerstands in den Straßen des frühen 19. Jahrhunderts ausgesetzt sahen.