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Antike - Germanen Inv.-Nr. GA-0013

Versteinerte Holzfigur von Hirschkuh

Versteinerte Holzfigur von Hirschkuh

Katalogtext

Artefaktbeschreibung: Figur aus versteinertem Holz

 

Material und Textur:


Das Artefakt ist eine kleine, handgeschnitzte Figur, die aus einem Stück versteinertem Holz gefertigt wurde. Das Material zeigt eine reiche, mineralisierte Textur in verschiedenen Brauntönen, von tiefem Siena-Braun bis hin zu Ocker und verwittertem Grau. Die Oberfläche ist rau, porenreich und verwittert, mit tief sitzenden Poren und mineralischen Ablagerungen, die seine fossile Natur und sein hohes Alter deutlich machen. Man erkennt mineralische Adern, die das Material durchziehen und ihm ein steinhartes Aussehen verleihen.

 

Form und Dimensionen:


Die Figur ist kompakt und weist eine unregelmäßige, längliche Grundform auf. Die primitive Schnitzkunst verleiht dem Objekt eine faszinierende Mehrdeutigkeit, die je nach Betrachtungswinkel unterschiedliche Interpretationen zulässt.

 

Interpretation und Details:

 

  • Hirschkuh-Interpretation (historisch am wahrscheinlichsten): Aus dem passenden Blickwinkel betrachtet, zeigt die Figur eine ruhende Hirschkuh (Hinde) in einer kauernden oder liegenden Haltung, was stilistisch hervorragend in den Kontext der germanischen Antike passt. Der längliche Teil stellt den erhobenen Hals und Kopf dar, während der hintere, gerundete Teil den Rumpf des Tieres bildet. Eine tiefe, dunkle Kerbe an der Flanke deutet die Falte des angewinkelten Hinterbeins an – eine typische Haltung für ein wachsames, ruhendes Wildtier. Die groben Einkerbungen an der Unterseite deuten an, dass die Beine eng unter den Körper gezogen sind.

 

  • Dinosaurier-Interpretation: Alternativ ähnelt die linke, längere Seite der Figur dem massiven, nach vorne geneigten Kopf und Hals eines kleinen Dinosauriers (wie einem Hadrosaurier oder Prosauropoden). Die Vertiefung an der Seite könnte hierbei als geschlossenes Auge oder Schnauzenfalte interpretiert werden, während der hintere Teil als wuchtiger Rumpf erscheint.

 

Kultureller und historischer Kontext:


Die rohe, minimalistische Schnitztechnik ist charakteristisch für die frühe germanische Kunstfertigkeit. Diese zeichnet sich oft durch eine bewusste Naturverbundenheit und eine funktionale Mehrdeutigkeit aus, bei der die natürliche Form des Ausgangsmaterials (hier das fossile Holz) die endgültige Gestalt des Artefakts stark inspiriert und mitbestimmt hat.